Ministerin für Bundesangelegenheiten, Europa und Medien des Landes Nordrhein-Westfalen

Forum 4: Entwicklungspolitische Bildung für nachhaltige Lebensstile


Entwicklungspolitische Informations- und Bildungsarbeit zielt auf langfristige Bewusstseins- und Lebensstilveränderungen im Sinne globaler Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Dabei werden die Zusammenhänge zwischen einem wachstumsorientierten Wohlstandskonsum und den Lebensverhältnissen in den Ländern des Südens für die entwicklungspolitische Bildungsarbeit und das globale Lernen immer wichtiger.

Wirksame Entwicklungspolitik beginnt mit einem entwicklungsfreundlichen Konsumstil der Bevölkerung im eigenen Land. Sich für nachhaltige Lebensstile zu öffnen setzt jedoch die Bereitschaft voraus, sich von gewohnten Lebensstilen zu lösen und damit einen Rahmen zu verlassen, der Identität und Sicherheit verspricht und zugleich Ausdruck individueller Selbstverwirklichung ist. Entwicklungspolitische Bildungskonzepte begegnen dem mit inhaltlichen Argumenten, partizipativen Methoden, Zielgruppenorientierung, Ergebnisoffenheit und der Anwendung vielfältiger Lernformen. Handlungsleitend ist die Überzeugung, dass nachhaltige Lebensstile keinesfalls ein Weniger an Lebensqualität bedeuten.

Im Mittelpunkt steht der/die Lernende. Ziel ist es, sich mit den Wechselwirkungen zwischen der eigenen Lebenswelt und globalen Prozessen auseinanderzusetzen. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern auch um den Aufbau von Kompetenzen für eine nachhaltige Lebensgestaltung und die demokratische Beteiligung an der Entwicklung einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Der Rio-Prozess und die UN Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung” (2005 bis 2014) eröffnen die Chance, entwicklungspolitische Bildungsarbeit breiter in der Gesellschaft zu verankern, pädagogische und inhaltliche Ansätze weiter zu entwickeln und mit anderen reformorientierten Bildungswegen wie der Umweltpädagogik zu verknüpfen.

Ziel des Forums ist es, anhand konkreter Fallbeispiele, folgenden Fragen nachzugehen:

  • Inwiefern kann entwicklungspolitische Bildung zu einem gesellschaftlichen Wandel beitragen und nachhaltige Lebensstile fördern? Durch welche Methoden kann dies gewährleistet werden?
  • Wo liegen die Stärken, Grenzen und Herausforderungen entwicklungspolitischer Bildungskonzepte hinsichtlich ihres Beitrags für nachhaltige Lebensstile?
  • Inwiefern und in welcher Form ist entwicklungspolitische Bildungsarbeit in der Praxis (in Ländern des Nordens wie Südens) bereits verankert? Was leistet sie heute?
  • Wie sollte entwicklungspolitische Bildung in Zukunft gestaltet werden, um ihr Potential voll auszuschöpfen?


Diskutanten

Christel Adick
Lehrstuhl Vergleichende Erziehungswissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
Selina Juul
Gründerin, "Stop Wasting Food"-Bewegung, Dänemark
Ibimina Kakulu
African Round Table on Sustainable Consumption and Production (ARSCP), Nigeria
Klaus Seitz
Leiter, Abteilung Politik und Kampagnen, Brot für die Welt

Moderation: Achim Schmitz-Forte, WDR


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